Vuvuzela - Gewöhnungsbedürftig und laut

Vuvuzela

Der Name erinnernt an Uwe Seeler, der Klang an Bienenschwärme oder einen Formel-1-Start - und sie sind laut, die Vuvuzela's.

Kaum hat die Fussball-Wetmeisterschaft begonnen, nur wenige Spiele sind beendet, schon haben wir den Klang dieser Weltmeisterschaft in den Ohren, sobald wir den Fernseher oder das Radio einschalten. Was sich am Fernseher nur erahnen lässt, ist leider Realität, die Blasinstrumente sind unglaublich laut. In den Medien scheint eine Quelle die andere übertreffen zu wollen, mal ist von 100 dB die Rede, dann von 110 dB, es finden sich sogar Angaben von 130 dB.

Technisch ist das alles ohne jede Aussagekraft, denn es gibt eigentlich nur zwei sinnvolle Wege den Schallpegel zu beschreiben:

1) Schall-Leistungspegel LWA in dB(A)

2) Schalldruckpegel L in dB(A) und Angabe der Entfernung in der der Pegel gemessen wurde

Das gilt übrigens nicht nur für Vuvuzela's sondern für jedes Gerät, Maschine, Fahrzeug o.ä. dessen Schallpegel angegeben werden soll

Der Schallpegel, der mit den Vuvuzela's erzeugt werden kann hängt auch vom Geschick und dem Luftvolumen des Bläsers ab, aus eigenen Messungen wurde ein Pegel von L = 129 dB(A) in einem Abstand von 10 cm, 109 dB(A) in 1 m Entfernung und damit einem Schall-Leistungspegel von LWA = 120 dB(A) ermittelt.

Das ist aus akustischer Sicht ein sehr hoher Pegel! Berücksichtigt man, dass der nach Arbeitsstättenverordnung in Deutschland über eine 40-Stunden Arbeitswoche höchstzulässige Schallpegel 85 dB(A) beträgt und oberhalb dieses Pegels Gehörschützer zur Verfügung gestellt werden müssen, so wird deutlich, dass man gut beraten ist die Stadien und Public-Viewing-Flächen nur mit Gehörschutz zu betreten!

Würde im Abstand von einem Meter ununterbrochen einen Vuvuzela ertönen, so wäre bereits nach ca. 1 (!) Minute mit Gehörschäden zu rechnen. Nachdem diese Instrumente offensichtlich sehr gesellig sind und meistens zu mehreren Dutzend wenn nicht Hundert und in den Stadien sogar zu mehreren Tausend erklingen, ist wohl schon vor Anpfiff des Spiels die Wochendosis nach Arbeitsstättenverordnung überschritten.

Deshalb muss aus akustischer Sicht dringend davor gewarnt werden, dem Nachbarn direkt ins Ohr zu blasen und beim Besuch von Veranstaltungen mit vielen Vuvuzela's sollte der Gehörschutz in der Tasche nicht fehlen!

TROTZDEM VIEL SPASS BEIM ZUSCHAUEN UND ALLEN MANNSCHAFTEN VIEL ERFOLG!
 
Wie wird Lärm/Schall gemessen?

Wenn schnelle Druckschwankungen Luftteilchen in Bewegung setzen, nehmen wir dies als Schall unterschiedlicher Lautstärke war. Die Lautstärke hängt vom Schalldruckpegel ab. Der Schalldruckpegel wird in Dezibel (Zehntel Bel) gemessen und als 'dB' abgekürzt. Der in Dezibel angegebene Schalldruck ist eine logarithmische Größe, deshalb können die Zahlenwerte nicht einfach addiert werden. Wenn beispielsweise zwei Geräusche (z.B. Autos) jeweils 60 dB laut sind, so sind beide zusammen nicht 120 dB, sondern 63 dB laut. Zehn Autos wären dann 70 dB laut, würden demnach den Pegel um 10 dB erhöhen.
Leider funktioniert das menschliche Gehör nicht linear, aber auch nicht logaritmisch. Bei hohen Lautstärken wird erst eine Pegelerhöhung um 10 dB als Laustärkeverdopplung wahrgenommen, bei geringeren Lautstärken (z.B. Geräusche aus Nachbarwohnungen) werden bereits Pegelerhöhungen von nur 4 dB als Lautstärkeverdopplung wahrgenommen. Dies gilt auch in umgekehrter Richtung: Möchte man die wahrgenommene Lautstärke des Autoverkehrs auf die Hälfte reduzieren, so muss man die Anzahl der Autos auf ein Zehntel reduzieren.

Als Lärm werden Geräusche (Schall) bezeichnet, die wir als störend empfinden.

Weil wir sehr hohe und sehr tiefe Töne subjektiv als leiser empfinden, als mittlere Töne, wird bei Schallmessungen eine Frequenzbewertung, die so genannte A-Bewertung berücksichtigt, die Schallpegel werden dann in dB(A) angegeben. Insbesondere tiefe Töne können jedoch häufig sehr störend wahrgenommen werden und werden durch die A-Bewertung nicht gehörrichtig bewertet, deshalb gibt es spezielle Bewertungsverfahren zur Beurteilung tiefer Töne.

In der folgenden Tabelle sind einige Geräusche und ihre Schallpegel in üblichem Abstand von der Geräuschquelle dargestellt:

Spielzeugpistole am Ohr       
140 dB(A)
Düsenflugzeug beim Start   
130 dB(A)
MP3-Player(hohe Laustärke)   
110 dB(A)
Spielzeugpistole        
110 dB(A)
Diskothek           
100 dB(A)
Lkw 95 dB(A)
Rasenmäher 80 dB(A)
Gebirgsfluss 70 dB(A)
Zimmerlautstärke 65 dB(A)
Kühlschrank 40 dB(A)
Toilettenspülung des Nachbarn 30 dB(A)
leichter Wind 20 dB(A)

Die Tabelle soll nur einen kleinen Überblick geben, natürlich sind die tatsächlichen Schallpegel am Ohr entscheidend vom Abstand zur Schallquelle abhängig.

Übrigens lassen sich mit heutigen Smartphones und der richtigen Software (nach SPL oder RTA suchen) recht ordentlich Schallpegel im Bereich zwischen 40 ... 100 dB(A) messen. Bei geringeren und höheren Pegeln reicht meist die Qualität der Mikrophone nicht aus aber als Anhaltswert ist dies oft ausreichend.
 
Geklebte Gipskarton-Vorsatzschalen

Häufig werden 'Gipskarton-Vorsatzschalen' nur punktweise mit Mörtel oder Kleber befestigt. Hierbei findet man beispielsweise die folgenden beiden Ausführungen:

a) Gipskartonplatten als so genannter Trockenputz direkt ohne Dämmschicht
b) Gipskartonplatten mit fest aufkaschierter Dämmschicht (mineralischer Faserdämmstoff oder Polystyrol)

werden jeweils an einer massiven Wand befestigt.

In beiden Fällen, insbesondere jedoch im Fall a) können sehr ungünstige Resonanzen entstehen, die sich auf die Luftschalldämmung sehr ungünstig auswirken. Hierdurch kann sich die Luftschalldämmung in ungünstigen Fällen um bis zu 8 dB verschlechtern, so dass beispielsweise die Anforderung an die Luftschalldämmung von Wohnungstrennwänden nicht eingehalten wird.

Derartige Wandkonstruktionen können sich aber auch auf die Übertragung von Installationsgeräuschen ungünstig auswirken.

Die Ursache liegt an den Resonanzfrequenzen die sich aufgrund des mehrschaligen Wandaufbaus (massive Wand + Zwischenraum + Gipskartonplatten) mit relativ steifen Dämmschichten in dem schalltechnisch sehr maßgeblichen Frequenzbereich befinden. Im Bereich der Resonanzfrequenzen ist die Dämmwirkung nicht vorhanden bzw. sogar negativ, wodurch sich die Schalldämmung stark verschlechtert.

Bei schalltechnisch richtiger Dimensionierung und Montage der Vorsatzschalen können sehr gute Verbesserungen der Schalldämmung erreicht werden und werden auch in Sanierungsfällen häufig mit Erfolg eingesetzt.
 
Raumakustik in Kirchen und anderen religiösen Stätten

Die Möglichkeiten musikalischer Aufführungen sind eng mit der Raumakustik in den Aufführungsräumen verknüpft. Insbesondere in Kirchen oder vergleichbaren religiösen Räumen trifft man häufig auf eine sehr große Halligkeit, die Nachhallzeiten sind dehr lang. Dies erschwert zum einen die Sprachverständlichkeit und die Aufführungen modernerer Musik. Hierbei muss moderne Musik noch nicht einmal Gospel oder Popmusik bedeuten, auch für Bach'sche Musik oder vergleichbare Stücke sind die AUfführungsräume oftmals zu hallig, der Musikgenuss nur sehr eingeschränkt. Mit Hilfe moderner Beschallungsanlagen, die richtig dimensioniert und eingemessen sind lässt sich heute auch in halligen Umgebungen eine gute Sprachverständlichkeit erreichen. Bei der Musik ist dies häufig deutlich schwerer. Die Raumakustik in Kirchen weist sehr große Unterschiede auf, so sind beispielsweise evangelische Kirchen tendenziell weniger hallig als katholische Kirchen, noch geringere Nachhallzeiten weisen manche freikirchlichen Gotteshäuser auf.

Zu diesem Thema lief ein interessanter Beitrag im Notizbuch im Hörfunk in Bayern 2: Beitrag anhören