Musik beim Autofahren

 

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Unbedingt. Da liegt es nahe, sich auch beim Autofahren die Zeit entsprechend zu versüßen. Gerne auch laut. Doch wie doll dürfen die Bässe wummern und die Gitarren jaulen bevor eine Strafe droht? Wenn sie denn droht.

Ob Rap, Pop, Rock, Techno, Schlager oder Oper. Auch im Straßenverkehr sind nahezu alle Musikgenres vertreten. Denn ob jung oder alt, beim Autofahren wird die Anlage gerne voll aufgedreht. Und oftmals die Musik noch durch herzhaftes Mitsingen verstärkt. Für jene, die nicht im Rausch der Töne sind, stellt sich in der einen oder anderen Situation die Frage: Wie laut darf die Musik im Auto denn sein? Dabei geht es hier nicht primär um die Belästigung von Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern, sondern um die Gefahrenvermeidung.

Tatsächlich sieht die Straßenverkehrsordnung eine konkrete Dezibelgrenze nicht vor. Im Regelwerk heißt es nur, dass das Hörvermögen des Fahrers während der Fahrt nicht beeinträchtigt sein darf, der Fahrer also von der Lautstärke der Musik nicht abgelenkt sein darf. Ist die Polizei der Meinung, dies sei der Fall, droht ein Bußgeld von 10 Euro. Wer gar ein Fahrzeug von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst im Einsatz auf diese Weise überhört und demzufolge nicht unverzüglich Platz macht, kann mit 20 Euro zur Kasse gebeten werden.

Im Übrigen ist selbst das Fahren mit Kopfhörern nicht verboten. Aber eben auch hier nur so laut, dass das Hörvermögen nicht beeinträchtigt wird.

Kommt es wegen der eingeschränkten Wahrnehmung zu einem Unfall, droht eine Teilschuld - ungeachtet dessen, wer für die Kollision verantwortlich war. Zudem kann sich auch die Haftpflicht- oder Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit verweigern - beziehungsweise die an den Unfallgegner geleisteten Zahlungen vom Musikliebhaber zurückfordern.

Allzu lauter Musikgenuss während des Fahrens sollte also schon wegen des eigenen Sicherheitsbedürfnisses vermieden werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Beurteilung dessen, was zu laut ist, im Ermessen von Polizei und Gerichten liegt.

Wer nun meint, dass zumindest beim Parken die Anlage im Wagen voll aufgedreht werden kann, irrt. An dieser Stelle droht ein Verwarnungsgeld von 10 Euro - wegen Lärmbelästigung.

 

DEGA-Empfehlung 103 „Schallschutz im Wohnungsbau - Schallschutznachweis“

 

Von der deutschen Gesellschaft für Akustik e.V. (DEGA e.V.) ist die DEGA-Empfehlung 103 "Schallschutz im Wohnungsbau – Schallschutzausweis" erhältlich. Die Empfehlung wurde vom Fachausschuss Bau- und Raumakustik erarbeitet, in dem die meisten deutschen Experten des baulichen Schallschutzes organisiert sind. Die DEGA hat sich mit dieser Empfehlung der Frage des baulichen Schallschutzes angenommen und ein neues, mehrstufiges, auch für den Laien transparentes Konzept entwickelt.

 

Die beiden wesentlichen Zielsetzungen der DEGA-Empfehlung 103 sind:

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Schaffung eines mehrstufigen Systems zur differenzierten Planung und Kennzeichnung des baulichen Schallschutzes zwischen Raumsituationen unabhängig von der Art des Gebäudes

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Entwicklung eines Punktesystems auf dieser Basis zur einfachen Kennzeichnung des Schallschutzes von ganzen Wohneinheiten oder Gebäude

 

Auf dem Gebiet der Energieeinsparung ist es mit der Kennzeichnung bei Elektrogeräten und mit dem Energieausweis für Gebäude auf einfache Art und Weise gelungen, mehr Transparenz zu schaffen. Der Verbraucher kann ohne tiefere Fachkenntnis Qualitätsvergleiche durchführen und mündig Kaufentscheidungen treffen.

 

Im Bereich des baulichen Schallschutzes war diese Art der Transparenz und Aufklärung bisher nicht gegeben. Diese Möglichkeit wurde nun mit der DEGA-Empfehlung 103 mit einem von der Gebäudeart unabhängigen Anforderungs- und Bewertungssystem sowohl für Neubauten als auch den Altbaubestand ge­schaffen.

 

 

 

 

Mähroboter

 

Rasenmähroboter sind eine schöne Sache für die Besitzer. Nachbarn könnten sich vom dauerhaften Geraspel allerdings gestört fühlen. Dürfen sie die Mähzeiten einschränken?

Im Vergleich zu konventionellen Benzinrasenmähern arbeiten die kleinen Mähroboter ziemlich geräuscharm. Dafür wuseln sie mehr oder weniger im Dauerbetrieb über das Grün. Solange der zulässige Lärmpegel nicht die gesetzliche vorgegebenen Werte überschreitet, müssen Nachbarn das Brummen aber dulden, hat das Amtsgericht Siegburg entschieden (Az. 118 C 97/13).

In dem Fall war der Mähroboter werktags jeweils zwischen 7 und 20 Uhr unterwegs, allerdings nicht durchgehend. Während der in der Gemeinde vorgeschriebenen Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr stand er still. Außerdem kehrte er spätestens alle 75 Minuten zu seiner Ladestation zurück, wo er bis zu einer Stunde lang neue Energie tankte. Den Nachbarn war der Dauerbetrieb trotzdem zu viel. Das ständige Brummen verursache ihnen gesundheitliche Probleme, argumentierten sie und verlangten, dass der Rasenmäher höchstens fünf Stunden am Tag in Betrieb sein dürfe. Doch auf diese Einschränkung wollten sich die Roboterbesitzer nicht einlassen.

Zu recht, fand das Gericht. Der Roboter halte schließlich alle Grenz- und Richtwerte ein. Zwar setzt das Bundesumweltamt in seiner Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm tagsüber eine Obergrenze von 50 Dezibel für Wohngebiete an. Direkt neben dem Roboter wird diese Grenze auch überschritten, hier maß ein Gutachter einen Lärmpegel von 56 Dezibel. Beim Nachbarn kam davon aber nicht allzu viel an, je nach Standort ergab sich eine Belastung von 20 und 35 Dezibel. Damit seien die zulässigen Grenzwerte bei Weitem nicht erreicht, so das Gericht. "Da der Nachbar nicht direkt neben dem Rasenmäher steht, gilt der Wert, der von seinem Grundstück aus gemessen wurde", sagt die Rechtsanwältin Andrea Lux von der Deutschen Anwaltshotline.

Auch der permanente Betrieb sei kein Problem, fand das Gericht. In der Verordnung über die Grenzwerte sei die Dauer schon berücksichtigt. Grundsätzlich sei die Geräuschemission "sozialadäquat", die Nachbarn würden dadurch nur unwesentlich belästigt. Insofern sei es auch unerheblich, ob der Nachbar durch die Geräusche gesundheitlich beeinträchtigt werde. Maßgeblich für die Zumutbarkeit sei das Empfinden eines "verständigen Durchschnittsmenschen".

Bei dem Mähroboter handelte es sich übrigens schon um ein vergleichsweise leises Modell. Bei den meisten Robotern liegt der angegebene Pegel in etwa zwischen 60 und 75 Dezibel.

 

 

 

 

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